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Das Christusbewusstsein

Das Christusbewusstsein steht für die innere Überzeugung, dass wir alle mit dem schöpferischen Prinzip und mit Gott verbunden sind. Im Christusbewusstsein wird Gott nicht im äußeren gesucht sondern im eigenen Herzen – Die gesamte Schöpfung ist ein Teil von Gott.

Zunächst denkt man beim Hören von „Christusbewusstsein“ an Religion, Jesus und damit in Beziehung stehende Glaubensvorstellungen. Genau da ist mit Christusbewusstsein nicht gemeint.

Im neuen Testament war Jesus Christus nicht nur der von Gott ausgesandte Sohn sondern ein Revolutionär. Die vorherrschenden religiösen Strukturen waren voll von Hierarchie, Abgrenzung und Dogmen. Nur über die bestehenden religiösen Institutionen konnte man sich Gott nähern, ihn erfahren und sich mit dem Schöpfer verbunden fühlen. Jeschua predigte genau das Gegenteil. Er sagte „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater ausser durch mich“. Jeshua hat mit Menschen Umgang gepflegt, die moralisch stigmatisiert und verachtet wurden: Prostituierte, Diebe, Mörder, Aussätzige oder Zöllner die mit Römern zusammenarbeiteten. Jesus pflegte Umgang mit sozialen Randgruppen und schloss sie alle gleichermassen in sein Herz, er schenkte allen seine Liebe unabhängig von Rang und Ansehen.

Jesus hat für seine Zeit sehr extreme Veranschaulichungen gebraucht um seinen Jüngern und Mitmenschen seine Erkenntnisse mitzuteilen. Die Behauptung nur „durch mich“ kommt ihr zu Gott hat er nicht benutzt um sich selbst als obersten Mittler zu kennzeichnen. Er hat einfach nur ein Extrem aufgezeigt indem er überspitzt sagen wollte: „Wenn ihr glaubt Gott nur in der (bestehenden) Religion finden zu können, dann behaupte ich einfach auch, ihr findet Gott nur durch mich. Das kann nämlich jeder einfach so behaupten!“.

Tatsächlich meinte Jeschua, dass man Gott nur durch seine Art des Bewusstseins finden kann, das Christusbewusstsein. Das war eine unglaubliche Revolution. Gott kann von jedem Menschen durch das Christusbewusstsein gefunden werden und dieses geht davon aus, dass Gott bedingungslose Liebe ist.

Nicht das Studieren der heiligen Schriften führt zu Gott sondern durch die Annahme des eigenen schöpferischen Funken. „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!“. Durch Liebe, Vergebung und Güte gelangt man zu Gott.

Das Christusbewusstsein geht aber noch viel tiefer. Es ist das Wissen, dass alles Eins ist und jedes Lebewesen mit Gott direkt verbunden ist. Obwohl wir uns ohne Christusbewusstsein als isoliertes Individuum wahrnehmen ist die Wirklichkeit jedoch ganz anders. Das Christusbewusstsein ist die Auflösung der Dualität: Du, Ich, Gott, Jesus, mein Chef … das alles gibt es im Christusbewusstsein nicht mehr – alles ist nur noch eine zusammengehörige Polarität. Wer die Liebe in seinem Herzen trägt erkennt darin Gott. Wenn ich meinen Mitmenschen nicht mehr als von mir getrenntes Wesen wahrnehme sondern als ein Teil von mir, dann werde ich ihm nicht schaden wollen. Ich werde meinem rechten Zeh nicht verletzen wollen, denn er ist ein Teil von mir und es tut dann für mich weh. Wenn ich meinem Nächsten schade tut es zwar zunächst nicht weh, im Christusbewusstsein erkenne ich aber, dass der Schmerz dann trotzdem zu mir kommt und ich mir damit selbst schade – wir gehören alle zu einer universellen Einheit und nichts ist getrennt davon.

Christusbewusstsein kann nicht rational erklärt werden denn dazu ist die völlige Aufgabe der Vorstellung des dualen Ichs, des Egos gemeint. Christusbewusstsein kann in Worten nicht erklärt werden, es muss im Herzen wahrgenommen und gelebt werden.

Das Christusbewusstsein verbindet alles und uns selbst mit Gott, durch Öffnung des Herzchakras und Entfachung der Herzensenergie, der bedingungslosen Liebe. Im Christusbewusstsein gibt es kein „Du“ und „Ich“, nur ein universelles „Wir“.