Die Wintersonnenwende

Der Tag der Wintersonnenwende ist der kürzeste Tag des Jahres und findet entweder am 21. oder 22. Dezember statt. Ab diesem Tag werden die Tage wieder länger, das Licht wird wiedergeboren. Die Hexen der Wicca-Religion feiern jetzt das Julfest, die Herbeibeschwörung und Wiedergeburt des Lichtgottes, begleitet von Ritualen mit Mistelzweigen, Kerzen und Feuer.

Astronomie/Geologie

Am Tag der Sonnenwende durchläuft sie den sogenannten Winterpunkt. Dabei handelt es sich um einen Punkt der Ekliptik der genau 90° vom Frühlingspunkt entfernt ist. Aktuell finden wir ihn im Sternbild Schützen wo sich auch das Zentrum der Milchstrasse befindet. Während der Sommerwende befindet sich der Sommerpunkt dagegen im Sternbild Stier. Alle 25780 Jahre, der Zyklus der Präzession, wandern Sommer- und Winterpunkt durch alle Sternzeichen hindurch, in etwa 300 Jahren wird der Winterpunkt erstmals seit der Antike den Steinbock verlassen und in den Schlangenträger eintreten.

Warum ist es im Winter eigentlich kälter als im Sommer? Dies hat nichts mit dem Abstand zur Sonne zu tun, der tatsächlich Anfang Juli am größten ist. Ausserdem ist es auf der Südhalbkugel gerade Sommer, während die Nordhalbkugel die kältere Jahreszeit durchlebt. Durch die Neigung der Erdachse sind nicht nur die Tage kürzer, sondern das Licht der Sonne tritt auch in einem flacheren Winkel auf Atmosphäre und Erdoberfläche, wodurch weniger Strahlung, Energie und Erwärmung pro Flächeneinheit existiert.

Brauchtum und Rituale

In vorchristlicher Zeit wurde in Nordeuropa das Julfest gefeiert (auch das Jultrinken). Noch heute heißt Weihnachten in Schweden, Norwegen, Dänemark, Island und Finnland Jul. Tatsächlich war auch der Brauch des Weihnachtsbaumes (und das Austauschen von Geschenken) bereits in vorchristlicher Zeit üblich, hier symbolisierte der Weihnachtsbaum noch Yggdrasil den immergrünen Weltenbaum. Der Baumschuck war ursprünglich Opferschmuck für die jeweiligen Gottheiten. Es ist erstaunlich wie viele Symbole sich aus der vorchristlichen Zeit im Weihnachtsfest wiederfinden und den Machtwechsel in der religiösen Dominanz überdauert haben.

Die Kirche wollte es den Heiden möglichst einfach machen, dem Christentum beizutreten. Vor dem Gregorianischen Kalender fiel die Wintersonnenwende auf den 25isten Dezember, der Kalender hat sich danach verschoben, das Datum für Weihnachten nicht. Zudem wurden in Rom zu dieser Zeit die Saturnalien gefeiert, ebenfalls ein Fest, bei dem viel gefeiert und getrunken wurde.

Weihnachten verbindet die sozialen und familiären Beziehungen miteinander. Man hat etwas Ruhe und Zeit, sich trotz Beruf, Studium und einer veränderten Wohnsituation einmal, zu dieser besonderen Zeit des Jahres, zu sammeln und sich mit seiner eigenen Sippe zu treffen und zu zelebrieren.

Wer wieder etwas von der alten Qualität dieser Zeit einfangen und aufleben lassen möchte, kann die Weihnachtsfeierlichkeiten noch um Räuchern ergänzen. Die Verräucherung von Beifuß, Lorbeerblätter, Sternanis oder Wacholderbeeren erfüllt den Raum (und unsere Stimmung) mit einer ganz speziellen Energie. Wichtig ist dabei, dass man die Planzen komplett durch eine Flamme verräuchert, bei der sie komplett verbrennt – hier geht es dann nicht nur um einen Raumduft, sondern um das Ritual des transformatorischen Räucherns, bei dem die Pflanze komplett in Rauch transformiert. Nur so wird deren ganz spezieller Geist freigesetzt und wirksam.

Habe eine wunderschöne Weihnachtszeit und schöne Rauhnächte.