Mythos der roten Haare


Was haben Vincent van Gogh, Boris Becker, Obelix, Jolia Roberts, Woody Allen und Friedrich Schiller gemeinsam? Sie alle gehören zu den Rothaarigen. Eine Frau mit roten Haaren – im Mittelalter ein sicheres Kennzeichen einer Hexe, zumindest bei einigen Vertretern der Kirche. Rothaarige Frauen gelten als Verführerinnen, ihre roten Haare ein Sinnbild für das Besondere, auch für Erotik. Tatsächlich existieren alte keltische Aufzeichnungen sowie Malereien, auf denen rothaarige Frauen als Hexen oder Zauberinnen dargestellt worden sind. Wobei gerade in England, Schottland und Irland ein besonders hoher Prozentsatz der Menschen rothaarig sind.

Weltweit sind nur zwei Prozent der Menschen rothaarig. Schuld daran ist eine Besonderheit auf dem Chromosom 16, die dazu führt, dass statt dem dunklen Melanin das hellere Phäomelanin in Haut, Haare und Augen als Pigment eingelagert wird. Gleichzeitig ist die Haut bei diesen Personen empfindlicher und Sommersprossen kommen verstärkt zum Vorschein.

Die Seltenheit allein machte rote Haare zu einer geheimnisvollen Besonderheit, besonders für die Römer, die diese Haarfarbe fast nie ausprägten. Sie begeisterten sich für diese Haarfarbe (auch für blond), nicht selten mussten sich Gefangene oder Sklaven ihre roten Haare abschneiden, damit ein Römer oder eine Römerin eine rot Perücke tragen konnte. Noch heute finden viele Männer Frauen mit roten Haaren besonders attraktiv, dagegen trifft dies auf Frauen und rothaarige Männer seltener zu.

Mit roten Haaren verbindet man Feurigkeit, Leidenschaft und auch etwas Rebellisches. Dieses Stilmittel wird gerne in Filmen und Medien eingesetzt. Im Mittelalter dagegen war rot die Farbe des Teuflischen und Dämonischen.

Andere mystische Legenden über Rothaarige gehen bis auf Atlantis zurück. Das alte Land Mu stand kurz vor der Zerstörung, als der Prinz Idon von Mu Atlantis entdecke und sein Volk dort hinübersiedeln ließ. Er war begeistert von der roten, untergehenden Sonne sowie von vielen Pflanzen, deren Blätter eine rötliche Färbung hatten. Er rief der Legende nach zu den Göttern, und diese schenkten ihm und seinen Nachfahren rote Haare sowie rote Sommersprossen.

Auch die ersten Pharaonen sowie die alten Phönizier besassen rote Haare. Ebenso die Berber und die Bewohner Kretas. Wenn die Haarfarbe Rot in der Antike überliefert worden ist, dann mit besonders grossen, geheimnisvollen und mystischen Nationen. Nicht nur die Seltenheit der Haarfarbe stand hier im Vordergrund, sondern die besonderen Eigenschaften der Rothaarigen.

Rot ist die Farbe des Feuers, aber auch des Wurzel-Chakras. Spirituell gesehen ist es nicht ungewöhnlich, dass die rote Haarfarbe mit Menschen voller Tatkraft, Wildheit und Leidenschaft in Beziehung steht. Es ist auch nicht ungewöhnlich, dass sich rothaarige Menschen schneller für spirituelle Themen begeistern lassen, allein schon aus der Identifikation mit dem Klischee heraus.

Wenn Du selbst rothaarig bist, erforsche doch einmal in Deinem Inneren einen besonderen spirituellen Zugang – vielleicht entdeckst Du dabei etwas Besonderes.