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Illusion der Zeit

Die Zeit ist in der Spiritualität eines der erstaunlichsten Phänomene. Wir erinnern und an die Vergangenheit und erahnen eine Zukunft, dennoch erleben wir immer nur die Gegenwart. Zeit ist eine Illusion.

Chronos – der Gott der Zeit

Der griechische Gott der Zeit, Chronos, so die Mythologie, sei aus dem Chaos des Universums geboren. Er selbst erschuf das silberne Welten-Ei aus dem die ersten Lichtgötter entstanden. Darunter auch Gaia und Nyx, die Göttin der Erde (Materie) und der Nacht. Die symbolische Bedeutung der antiken Götter besitzt starke Parallelen zur Quantenphysik. Aus der Unordnung (Chaos) entsteht die Zeit (Chronos). Erst die Linearität der Zeit ermöglicht es, dass innerhalb der hochdimensionalen Welten ein in sich geschlossenes Universum entsteht. Hier erst kann sich Materie und Bewusstsein organisieren und immer höhere und komplexere Daseinsformen annehmen. Durch die Begrenzung der Zeit sind Naturgesetze überhaupt erst möglich, das Universum kann sich durch seine bewussten Schöpfungen überhaupt erst selbst erfahren.

In einer Welt, wo der zeitliche Verlauf aufgehoben ist, kann sich ein Bewusstsein nicht entwickeln. Es benötigt einen Bezugspunkt, um Erfahrungen zu machen. Wie ein Eisenbahn-Gleis lenkt uns die Zeit durch das Leben und gibt uns einen festen, stabilen Ankerpunkt.

Zeit als Wertgegenstand

Trotzdem ist die Zeit für unser Bewusstsein nur eine Illusion. In unserem Leben wird Zeit wie ein Wertgegenstand gehandhabt, der knapp wie Gold ist. Keine Zeit verlieren, Ich habe keine Zeit, Die Zeit vergeht wie im Flug, Nimm Dir Zeit – all diese Zitate sind auf der energetischen Ebene sinnfrei. Zeit kann man nicht verlieren, haben oder nehmen und sie kann auch nicht vergehen. Zeit ist immer im Überfluss vorhanden. Was wir durch diese Zitate eigentlich ausdrücken, ist die Bewegung der Objekte und Personen im Verhältnis zueinander. Zeit ist relativ.

Die Zeit uns das Bewusstsein

Unser Bewusstsein ist von der Zeit losgelöst. Es kann in der Vergangenheit leben, oder auch mehr in der Zukunft. Wenn wir mehr über die Vergangenheit sprechen als über die Zukunft, dann richten wir unsere Aufmerksamkeit auf die vergangenen Aspekte und bestärken uns im Glauben, dass diese Dinge unveränderlich sind. Diese Illusion der Zeit ist leider nicht aus den Köpfen der Menschen zu bekommen, nämlich, dass alles Vergangene unabänderlich sind. Die Vergangenheit ist durchaus veränderbar.

Die Rolle der Aufmerksamkeit

Die Vergangenheit ist vergleichbar mit einem Weg in einem Labyrinth. Vielleicht sind wir gerade an einem Punkt und glauben, dass wir einen falschen Weg gegangen sind und die Zeit nicht mehr umkehren können. Wir meinen aber eigentlich, dass unser vergangener Weg uns nicht an unser erstrebtes Ziel gebracht hat, sondern an einen falschen Ort innerhalb des Raum-Zeit-Kontinuums. Wenn wir den Weg zurücklaufen oder einfach einen Umweg finden, können wir unser Ziel dennoch erreichen. Wenn ein geliebter Mensch von uns gegangen ist, können wir ihn nicht wieder zurückholen. Wir können aber in unserem Leben Umstände herbeiführen und Entscheidungen treffen, die es uns ermöglichen, wieder so glücklich zu sein, als ob er noch bei uns wäre. Wenn es sich dabei um unseren geliebten Partner handelt, können wir versuchen, einen Weg zu finden, der im Sinne des geliebten Menschen wäre und auf dem wir einen Punkt erreichen, an dem wir trotzdem glücklich sind. Wenn wir stehenbleiben und endlos den Verlust betrauern, ist niemanden geholfen. Erst wenn wir uns wieder für eine neue Partnerschaft öffnen, können wir die Zeit für uns persönlich umkehren. Damit soll lediglich ausgedrückt werden, dass unsere Erfahrungen in unserem Kopf entstehen und erst dort ihre Wirkung entfalten. Wir müssen die Trauer nicht akzeptieren, wir müssen nicht akzeptieren, das die Zeit uns an einen Ort gebracht hat, wo wir eigentlich nicht sein wollen.

Dieses extreme Beispiel soll ein Hinweis sein, dass jede noch so negative Erfahrung in unserem Bewusstsein rückgängig und neutralisiert werden kann. Der Weg zu einem besseren Zeitpunkt, an dem wir wieder glücklich sind, ist nicht einfach. Wir werden auf dem Weg dorthin noch weitere ungünstige falsche Situationen durchlaufen müssen. Dennoch entscheidet allein unser Bewusstsein, ob wir mit diesem Weg einverstanden sind.

Die wahre Natur der Zeit

Die Zeit ist eine Illusion. Wir leben stets nur im Hier-und-Jetzt. Durch Meditation gelangt diese Weisheit allmählich in unser Bewusstsein. Wir können am letzen Tag unseres Lebens mehr Freude und Glück empfinden, wie andere Menschen im Alter von 100 Jahren insgesamt jemals empfunden haben. Wir können mit einer einzigen selbstständigen Idee unser Leben schlagartig in eine neue phantastische Situation bringen. Diese Idee kann die Kündigung unseres aufgezwungenen Berufes sein, die Trennung von einem Partner, der uns nicht gut tut, der Heiratsantrag eines Partners, der uns gut tut oder auch die Umsetzung eines neuen Projekts.

Wir haben oft viel mehr Einfluss auf den Verlauf der Zeit, als es uns bewusst ist. Eine falsche Ansicht über die Natur der illusionären Zeit kann für uns fatal sein.

Wenn wir uns das nächste mal an einem Punkt im Leben befinden, wo wir glauben in der Vergangenheit eine falsche Richtung eingeschlagen zu haben, können wir uns ja mal bewusst machen, wo wir eigentlich hin möchten – und nicht darauf konzentrieren, wo wir in der Vergangenheit gewesen sind.

Viele Menschen sind nur deshalb unglücklich, weil ihnen folgende Tatsache nicht bewusst ist:

Es gibt keine Zeit – sie ist nur eine Illusion in Deinem Verstand!