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Sephiroth Da’at

DA´AT = SELBST-ERKENNTNIS ALS GOTTESERKENNTNIS

Entsprechungen: schwarz, Selbsterkenntnis, Pluto, graphische Verwirrspiele von M.C. Escher, Labyrinth, Ka´aba in Mekka (schwarzer Würfel), gregorianische Choräle, Salamander

Da´at spielt innerhalb des Systems des mystischen Lebensbaums der Kabbalah eine Sonderrolle insofern, als es sich hier nicht um eine „offizielle“ Sephira handelt (deshalb trägt sie keine Nummer und wird in manchen Modellen des Lebensbaums gar nicht aufgezeichnet), also um eine Aktualität, sondern um eine reine Möglichkeit, eine Potentialität. Dies kann man so verstehen, dass die Da´at die Möglichkeit derjenigen höchsten Erkenntnis des Menschen ausdrückt, welche zugleich die Selbst- und auch die Gotteserkenntnis ist, nicht aber als Wirklichkeit der Erkenntnis jederzeit gegeben ist.

Zum besseren Verständnis dieses scheinbaren Paradoxons sei wiederholt, was alte Kabbalisten zum speziellen Problem der Da´at sagten: es gibt nach Ansicht der Kabbalah eine Grenze menschlich-intellektueller Erkenntnis. Diese befindet sich dort, wo das Mysterium Gottes beginnt. Zwar kann diese Grenze – die eine imaginäre Grenze ist, also eine Grenze in unserer Einbildung – überwunden werden (transzendiert), doch ist diese Überwindung nicht jederzeit, nicht unter allen Umständen und auch nicht allen Menschen in gleicher Weise möglich. Die Da´at kennzeichnet insofern die reine Möglichkeit der Gotteserkenntnis, nicht aber deren Wirklichkeit, die ausdrücklich vom individuellen Bemühen und auch von den Fähigkeiten des Einzelnen abhängt.

Bildlich gesprochen, gibt es einen „Abyss des Göttlichen“. Abyss bedeutet auf Griechisch „Abgrund“: manche Schüler der Kabbalah vermögen es nicht, diesen Abyss zu überschreiten und Gott zu erfahren. Die Da´at kennzeichnet das individuelle Überqueren des Abgrundes der Gotteserkenntnis. Deshalb ist sie keine reguläre Seinsstufe als Zustand wie die anderen Sephiroth, sondern ein momenthaft aufleuchtender, stets neu zu erringender Punkt unserer Entwicklung.
 

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