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Mythologie des Honigs

Der Honig ist in der Mythologie eine kostbare und heilsame Naturnahrung. Honig steht für Reichtum und Fülle. Die Israeliten suchten nach dem Land in dem Milch und Honig fliesst.

In der ägyptischen Mythologie des Honigs und der Bienen galten Bienen als die herabgefallenen Tränen des Sonnengottes Ra. Somit galt Honig nicht nur als Speise der Götter und der Toten sondern auch als ein Mittel zur spirituellen Selbsterkenntnis. Der emsige Flug der Bienen von Blüte zu Blüte ist der Mythologie nicht entgangen. Seit jeher gilt die Biene als Symbol des Fleisses und der Arbeit. Für ein Glas Honig (500 Gramm) müssen die Bienen insgesamt 2 Millionen Blüten anfliegen und eine Strecke von 120000 km fliegen. Für einen einzelnen Löffel Honig fliegen 24 Bienen einen ganzen Tag (Quelle: Nabu). Somit wurde Honig auch ein Symbol für die Arbeit an sich selbst.

Bienen verbinden das Element Erde mit dem Element Luft. Symbolisch befördern sie somit die Seele in den Himmel, stellen eine Verbindung des Profanen mit dem Sakralen her.

Honig als Heilmittel

Honig ist leicht entzündungshemmend und reich an Enzymen, die eine enorme Haltbarkeit bewirken. Das gilt allerdings für Honig, der nicht über 40 Grad erhitzt worden ist, wie es bei den meisten im Supermarkt gekauften Sorten leider der Fall ist. Ein vergessener Bienenstock mit Honigwaben eines Imkers kann selbst nach über 100 Jahren noch geniessbar sein. In alten Gräbern der Pharaonen wurde Honig als Grabbeigabe gefunden, der ebenfalls selbst nach Jahrtausenden noch zum Verzehr geeignet war. Auch bei der Mumifizierung spielte Honig eine wesentliche Rolle, nicht nur in der Mythologie. Die Biene entzieht dem eingesammelten Nektar und Pollen sämtliche Giftstoffe und stellt somit sicher, dass das Naturprodukt Honig nahezu frei von Giften ist. Nur der massive Einsatz von Giftstoffen und Spritzmitteln in der Landwirtschaft kann zu erhöhten Belastungen des Honigs führen. In Deutschland darf ein Nahrungsmittel übrigens per Gesetz nicht als Heilmittel beworben werden, dazu zählt auch der Honig.

Honig wird hauptsächlich medizinisch (Gamma-Strahlen sterilisiert) zur Wundbehandlung eingesetzt. Die Wunden wachsen gleichmäßiger zu und die im Honig enthaltenen Enzyme bauen totes Gewebe ab. Zahlreiche Enzyme und Wirkstoffkombinationen im Honig sind noch unerforscht.

Der Honig und die Seele

Der Honig gilt auch als Nahrung der Seele und des Geistes. Der griechische Mathematiker und Philosoph Pythagoras soll sich überwiegend von Honig ernährt haben. Auch einigen Seherinnen von Delphi wird eine besondere Beziehung zum Honig zur Unterstützung ihrer Hellsicht nachgesagt. Honig spielt somit eine bedeutsame Rolle in der griechischen Mythologie. Der Schutzpatron der Imker ist der heilige Ambrosius, dessen Name an Ambrosia, der Nahrung der Götter erinnert.

Honig, Bienen und der Staat in der Mythologie

Da Honig das älteste und bedeutendste Süssungsmittel der Menschheit ist, richtete man die Aufmerksamkeit auch auf die Struktur des Bienenvolkes. Die zentrale Rolle der Königin als Mutter des Volkes brachte dem Honig auch den Ruf als königliche Speise ein. Als Symbol des Königtums finden sich Bienen auf zahlreichen Wappen und Hoheitszeichen.

Nebenbei: Mein eigener Grossvater hatte im fortgeschrittenen Alter keine Kopfhaare mehr. Eines Tages viel ihm ein Bienenkorb aus der Hand und er wurde am ganzen Körper von hunderten von Bienen gestochen – und hat überlebt. Einige Wochen danach sind ihm wieder neue Haare gewachsen und er hatte keine Glatze mehr.

Guten Appetit!