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Die Katharer

Die Katharer waren eine christliche Glaubensgemeinschaft vom 12. bis zum 14. Jahrhundert. Ihre Lehre war stark an das Urchristentum angelehnt. Mit Karthago hat dieser Orden nichts zu tun, ebenso nichts mit der katholischen Kirche. Das führte letztendlich auch zu ihrer völligen Auslöschung.

Interessant ist die laienchristliche Vereinigung, die eine Gegenkirche zur katholischen Kirche aufbauten, da sich viele spirituelle Lehrarten auf die Katharer berufen, z.B. Zweige der Rosenkreuzer. Angeblich besitzen die Katharer eine Verbindung zur gnostischen Lehre, was jedoch geschichtlich nicht hinreichend belegt ist.

Der Begriff Katharer bedeutet die Reinen, da sich die Katharer auf die reine Lehre Christi beriefen. Sie unterwarfen sich einem sehr strengen Moralcodex, geschlechtliches Leben wurde weitgehend unterdrückt, es herrschten strenge Speisevorschriften wie z.B. der völlige Verzicht auf Fleisch. Sie durften nicht lügen, keinen Eid leisten und der Genuss von Wein und anderen alkoholischen Getränken war verboten. Ihr Ziel bestand darin, die Seele des Menschen in völliger Reinheit in den Himmel zu führen. Armut und Bescheidenheit wurde ganz nach oben gestellt. Diese angestrebte Reinheit der Seele sollte natürlich auch auf der physischen Existenzebene unter Beweis gestellt werden.

Interessant ist die Einweihungs-Tradition der Katharer. Diese wurde sehr aufwändig vollzogen und erinnert nur schwach an die Initiationsriten der Tempelritter. Eine Einweihung galt als eine Art Geistübertragung, wenn ein Katharer gesündigt hat wurden auch alle von ihm durchgeführten Taufen für ungültig erklärt.

Die katholische Kirche galt für die Katharer als Werkzeug des Teufels, das gleiche warf die katholische Kirche den Katharern vor. Da die Katharer kein Zinsverbot kannten, wurden sie im Laufe kürzester Zeit sehr Reich. Sie Errichteten befestigte Anlagen und unterhielten enge Beziehungen zu verschiedenen Adelshäusern, insbesondere in Südfrankreich. Die katholische Kirche wollte sich diese wachsende Bedrohung nicht lange ansehen und begann einen Kreuzzeug gegen die Katharer. Im Jahre 1321 verbrannte der letzte Katharerbischof Belaste auf dem Scheiterhaufen der Inquisition.

Heute existieren zahlreiche Mythen und Legenden über die Katharer. Sie konnten angeblich ohne Schmerzen durch das Feuer gehen, Kranke heilen und Wunder bewirken. Interessant an ihrer Lehrart ist die Frage, welche nicht-christlichen Prinzipien die Katharer kannten und woher sie diese erlangt haben. Noch interessanter ist die Frage, ob die katharische Kirche im Untergrund weiterexistiert und wie sich ihre Mitglieder ggfs. heute organisieren. Vielleicht tauchen demnächst neue Informationen über sie auf, vielleicht wurde ein Teil ihres Wissen doch noch bewahrt. Die Katharer sind demnach noch längst nicht nur Geschichte.