Nikolaus Kopernikus – ein neues Weltbild
Nikolaus Kopernikus war ein polnischer Astronom, Mathematiker, Kirchenjurist, Arzt und Verwaltungsbeamter deutschsprachiger Herkunft aus Thorn. Er begründete das heliozentrische Weltbild, eine damals sehr gefährliche Aussage, die dem geozentrischen Weltbild (alles kreist um die Erde) der Kirche widersprach. Erst auf dem Sterbebett veröffentlichte er sein Kernthemsen.
Sein Geburtsjahr ist 1473, er lebte also in der Zeit, als Christoph Kolumbus die neue Welt entdeckte. Kopernikus stammte aus einer wohlhabenden Familie, die es ihm ermöglichte, die besten Universitäten seiner Zeit zu besuchen: er studierte in Krakau, Bologna und Padua, in Ferrara promovierte er zum Doktor des Kirchenrechts.
Somit wusste er genau wie mächtig die Kirche und ihr Anspruch war, die auf Basis von Bibelexegese
beruhte. Im Bibelbuch Josua steht, Gott hielt die Sonne und den Mond an, also müsse sich beides logischerweise um die Erde drehen. Laut Kirche steht die Erde unbeweglich im Mittelpunkt des Universums und Sonne, Mond sowie die Planenten und Sterne bewegten sich um sie.
Kopernikus widersprach diesem und legte den Grundstein für die Kopernikanische Wende. Die Erde sei nicht der Mittelpunkt des Universums sondern kreise wie die übrigen Planeten um die Sonne. Dabei drehe sich die Erde täglich um die eigene Achse, der Mond dagegen kreise um die Erde. Tag und Nacht entsünden durch die Erdrotation. Je weiter ein Planet von der Sonne entfernt sei, desto länger dauert sein Umlauf. Dadurch würden sich auch die scheinbar rückläufigen Planetenbewegungen erklären, nicht die Planeten kehren sich um sondern durch die Kreisbewegung der Erde selbst entstünde dieser Eindruck erst. Revolutionäre Erkenntnis, dessen Zeit langsam gekommen war.
Einen mathematischen Beweis konnte Kopernikus jedoch nicht finden und er hielt an einer vollkommenen Kreisbahn der Planeten fest. Erst später berechnete Johannes Keppler die korrekten elliptischen Kreisbahnen und Isaak Newton konnte 1687 die Planetenbewegungen physikalisch durch Gravitation berechnen und somit mathematisch nachweisen. Zwischenzeitlich entdeckte Galileo Galilei mit einem Fernrohr die 4 grossen Jupitermonde und beweis somit, dass sich nicht alles um die Erde drehe. Allerdings zwang ihn die Inquisition, diese Lehrmeinung zu widerrufen.
Kopernikus war selbst Kirchenrechtler, und sogar Domherr des erbländischen Domkapitels. Er wurde sogar von Kirchenvertretern gebeten, an den Berechnungen der Kalenderreform mitzuwirken. Zu Lebzeiten genösse Kopernikus in Kirchenkreisen noch ein hohes Ansehen. Den grossen Streit um das heliozentrische Weltbild erlebte er nicht mehr. Aufgrund seiner Veröffentlichungen veränderte sich das Bild der Kirche auf ihn rasch. Sein Hauptwerk De revolutionibus wurde später in Teilen auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt. Die Büchse der Pandora war jedoch geöffnet und lies viele Zeitgenossen am geozentrischen Weltbild zweifeln.
Dabei war er nicht der erste, der vermutete, dass sich sich die Sonne nicht um die Erde drehe. Bereits um 310 v.Chr. vermutete der griechische Mathematiker und Astronom Aristarchus von Samos, dass heliozentrische Weltbild. Jedoch war seine Idee seiner Zeit weit voraus und seine Aufzeichnungen blieben Jahrhunderte in Vergessenheit.
Was wir aus Kopernikus lernen können
Fast schon spannender als der revolutionäre Erkenntnisgewinn des Kopernikus sind die Begebenheiten, wie die Umwelt seiner Zeit und in den nachfolgenden Jahren darauf reagierte. Zunächst konnte die Kirche noch ihr Meinungsmonopol verteidigen. Irgendwann ist aber die Zeit reif, für die Wahrheit setzt sich einfach durch.
Das war zu Zeiten von Aristarchus noch nicht der Fall – sein Weltbild bedrohte damals zwar noch nicht das Macht- und Deutungsmonopol einer zentralen Machtelite, aber die Vorstellungskraft seiner Zeitgenossen reichte noch nicht aus, um das damalige Weltbild, das ebenfalls geozentrisch war, umzuwerfen.
Trotz das aktuellen wissenschaftlichen und technologischen Fortschritts mit deutlich besseren Mess- und Beobachtungsmethoden können wir davon ausgehen, dass auch jetzt Vorstellungen existieren, die aus Sicht späterer Generationen nahezu mittelalterlich anmuten werden.




