Mythologie der Geminiden Sternschnuppen
Von etwa dem 4-17ten Dezember sehen wir am Nachhimmel den Geminiden-Sternschnuppen-Regen. Der Höhepunkt findet meistens um den 13/14ten Dezember herum statt mit bis zu 120 Meteoren pro Stunde. Am besten sieht man sie in der späten Nacht bis hin zum Morgengrauen.
Der Name Geminiden rührt von der scheinbaren Herkunft aus dem Sternbild Zwillinge, nahe beim Stern Castor, her (Gemini: steht für Spaltung undSpiegelung). Der Ursprung dieser Sternschnuppen ist jedoch kein Komet sondern der Asteroid (3200) Phaethon.
Während die meisten Sternschnuppenschauer wie die Perseiden bereits seit der Antike bekannt sind, wurden die Geminiden erst 1862 erstmal erwähnt. Den Ursprungsasteroid Phaethon kennen wir sogar erst seit 1983 (!). Woran liegt das? Auch wenn die Geminiden mit 1000-2000 Jahren noch relativ jung sind, sollten sie doch schon lange Zeit bekannt sein. Tatsächlich nimmt die Helligkeit und Intensität der Geminiden nicht von Jahr zu Jahr ab sondern sogar zu. In der Antike waren sie noch gar nicht so gut sichtbar und deshalb auch nicht entdeckt. Die japanische Raumagentur JAXA plant aktuell, eine Sonde zu Phaethon zu schicken, um mehr über die Entstehung der Geminiden zu erfahren.
Phaethon in der Mythologie des antiken Griechenlands ist der Sohn des Sonnengottes Helios. Phaethon bittet eines Tages seinen Vater, auch einmal den Sonnenwagen lenken zu dürfen. Er gestattet seinem Sohn einmalig den Versuch, dieser verliert jedoch die Kontrolle und droht auf die Erde zu stürzen. Zeus greift in letzter Minute ein und erschlägt Phaethon mit einem Blitz, worauf er vom Himmel stürzt, aber die Erde ausser Gefahr ist.
Am Ende des Jahres erleben wir um die Wintersonnenwende herum und insbesondere während der Rauhnächte eine sehr gute Zeitqualität zur Innenschau. Bei Phaethon erleben wir den Versuch, vor der eigenen Reife tiefere göttliche Erkenntnis zu erlangen. Der Lerneffekt findet hier durch Schmerzen und einer plötzlichen Erkenntnis statt. Phaethon steht für eine spirituelle Transformation durch Absturz, nicht durch Aufstieg – beides ist möglich!
Auch in der spirituellen Entwicklung und dem erkennen des eigenen Seelenplans kann so ein Lerneffekt eintreten. Insbesondere in der Anfangszeit stolpert man über unglaublich viele Angebote spiritueller und auch religiöser Weltbilder und Praktiken, oft mit philosophischen Themen vermischt: Positives Denken, Autogenes Training, Meditation, Kartenlegen, Orakel, Engel, Geistwesen und Götter… nicht jeder spirituelle Weg führt auch zu einem zufriedenstellenden Ergebnis. Manchmal ist es eine gute Idee, sich nicht vorschnell in den Sonnenwagen zu setzen sondern erst noch mehr Erfahrung, Einsicht und Weisheit anzueignen. Wir müssen erst lernen, für uns zu erkennen, was wir mit den ganzen spirituellen Werkzeugen überhaupt bauen wollen, denn nicht nur das Ziel ist entscheidend, sondern auch der Weg dorthin. Dazu gehört nicht nur die Auswahl der richtigen Themen sondern auch das bewusste Auslassen solcher (oder erst, wenn die Zeit dazu wirklich gekommen ist).
Die Erkenntnis fällt wie Phaethon vom Himmel, aber in Form von kleinen Funken und nicht als permanentes Licht. Die Wahrheit kommt nicht als Sonne sondern wie Funken zwischen zwei Gedanken.





