Mitten in der Transformation
Spirituelle Wesen sind sich bewusst, dass es auf ihrem Seelenplan Stationen gibt, die sie in die Transformation führen. Sie wissen, dass es eine Todo-Liste gibt, die sich erst im Laufe des Lebens offenbart, und manche dieser Punkte, erfordern das Hinauswachsen über sich selbst.
Im Tarot ist der Karte der Transformation Der Tod, der sowohl für einen schmerzlichen Abschied aber auch für einen Neubeginn steht. Ein altes Thema muss erstmal abgeschlossen (beerdigt) werden, damit Raum für ein neues Thema oder eine neue Bewusstseinsstufe entstehen kann. Die Polarität zum Tod ist nicht das Leben, sondern die Geburt.
Menschen mit einem spirituellen Bewusstsein erleben häufig Situationen, die von ihnen gefühlt mehr abverlangen, als ein rein materialistisch ausgerichtetes Bewusstsein. Wer Andere spirituell unterstützen will, muss zunächst selbst verschiedene Erfahrungen und Prüfungen durchlaufen, die er meistern muss. Aber wie gehe ich damit um, wenn ich den Transformationsprozess bereits herannahen sehe, aber mich der Herausforderung noch nicht gewachsen sehe?
Aus der Perspektive einer Labormaus im Labyrinth des Lebens tauchen bestimme Themen urplötzlich und meistens unvorbereitet auf. Wenn man rückblickend allerdings auf seine Lebensstationen blickt, erkennt man häufig einen roten Faden und dass alle Ereignisse einen genau dort hingebracht haben, wo man gerade steht. Ein weiterer Effekt: Rückblickend sind viele Prüfungen eigentlich einfacher gewesen, als man vorher gedacht hat, viele scheinbar unüberwindliche Berge erscheinen mehr wie grosse Hügel. Vielleicht bereut man es sogar, wenn man einige scheinbar grosse Herausforderungen, denen man sich eigentlich stellen wollte, nicht angetreten hat – aber auch das kann ein Moment sein, der einen wieder auf den richtigen Weg geführt hat, wenn es eine bewusste Entscheidung gewesen ist.
Muss ich den Prozess akzeptieren?
Vieles im Leben manifestieren wir selbst. Bewusstheit bedeutet auch, dass man sich darüber Klarheit verschafft, was man im Leben will und was man nicht will. Wer blind jede Situation akzeptiert und kampflos aufgibt, wird von anderen Kräften fremdbestimmt eingespannt. Der erste Schritt vor einer unattraktiven Schwelle ist es, sich erstmal darüber klar zu werden, dass einem die aktuelle Richtung und Entwicklung nicht gefällt. Gleichzeitig kann man sich nochmal klar machen, welche alternative Entwicklung man eigentlich hatte kommen sehen und was man alles dafür getan hat (und tut), damit es sich in diese Richtung entwickelt. Man muss (und sollte) also nicht blind jede Entwicklung akzeptieren, denn am Ende ist man selbst der Drehbuchautor seines Lebens und gibt die Meilensteine vor. Wenn man aber alle Segel in die andere Richtung legt, und der Wind sich einfach nicht drehen will, und die Signale vom Universum fortlaufend in eine andere Richtung weisen, dann ist es vielleicht an der Zeit, zumindestens darüber nachzudenken, wie man mit der Situationen umgehen will, wenn sie tatsächlich ungebremst auf einen zukommt. Aber ist das wirklich so? … oder hat man nur einen entscheidenden Punkt übersehen?
Vertrauen
Wir selbst kontrollieren nicht, welche Steine und welche Unterstützungen uns das Universum in den Weg legt. Etwas Vertrauen in eine insgesamt positive Entwicklung sollte man an den Tag legen, wenn die eigene Intuition signalisiert, das man sich gerade auf dem richtigen Weg befindet. Was das genau ist, muss jeder für sich selbst herausfinden.
Plan B, C und D
Fanatisch auf einen einzigen möglichen Weg versteift zu sein, zeugt von mangelnder Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. Wenn wir uns eine Weiterentwicklung und Verbesserung wünschen, müssen wir uns auch auf Veränderungen der Wetterlage einstellen und sie unbedingt zulassen. Der Wegweiser, ob wir dabei in der richtigen Richtung unterwegs sind oder einen anderen Pfad einschlagen, ist in erster Linie unsere Intuition und kleine äußere Signale und Hinweise die das Universum uns vor die Füsse legt.
Die totale Transformation
Manchmal erfordert die Transformation Opfer und holt uns ein Stück weit aus der Komfortzone raus. Dies ist notwendig, und neue Erfahrungen zu machen und unsere wahren Talente und Fähigkeiten erst zu entdecken und zu lernen, sie gewinnbringend anzuwenden. Wenn wir nie geklettert haben, wird uns das Ersteigen eines Baumes vielleicht als unmöglich erscheinen – doch vielleicht sind wir ja viel begabtere Kletterer, als wir bislang geglaubt haben? Vielleicht sind wir wie ein Adler, dem einfach noch nie jemand gezeigt hat, wie er sich mit seine mächtigen Schwingen in die Lüfte erhebt.
Manchmal will das Universum nur von uns wissen, ob wir bereit wären, uns neuen Herausforderungen und Prüfungen zu stellen – die tatsächliche totale Transformation ist dann vielleicht gar nicht mehr erforderlich und wir dürfen einfach nur den Weg fortsetzen, den wir uns bewusst und unbewusst immer gewünscht haben. Weiss ich überhaupt, welchen Weg ich mir wünsche?




