Galileo Galilei – Pionier eines neuen Denkens

Stell dir vor du lebst im 16ten Jahrhundert und hast dir ein verbessertes Fernrohr gebaut. Du blickst in den Himmel und betrachtest den Jupiter. Um ihn herum kreisen 4 kleine Monde. Du entdedckst Sonnenflecken, die Tag- und Nachtphasen der Venus sowie erstmals unzählige Sterne, die noch nie jemand mit eigenen Augen gesehen hat.

Du bist begeistert von Astronomie und Naturwissenschaft. Du interessierst dich nicht nur für die Sterne und Planeten sondern beginnst, physikalische Bewegungen wie Fall, Pendel oder Flugbahnen mathematisch zu beschreiben und zu berechnen. Du erkennst, dass du dir mit den richtigen physikalischen und mathematischen Werkzeugen selbst die Welt genauer erklären lassen und verstehen kannst, als je irgendein Mensch zuvor.

Das Problem: die Welt ist noch nicht bereit für alternative Weltbilder, selbst wenn sie logisch und rational erklärt werden können. Die Deutungshoheit über die Beschaffenheit der Welt in deiner Zeit hat allein die heilige Mutter Kirche, und die sagt, alles kreise um die Erde. Monde, die den Jupiter umkreisen, widersprechen dieser Aussage. Ausserdem gelangst du zunehmen zur Gewissheit, dass sich die Erde um die Sonne dreht und nicht umgekehrt. Du bist ein vertreter des kopernikanischen Weldbildes.

Dieser Mensch war Gallileo Galileo – italienischer Mathematisker, Physiker und Astronom. Er ist ein Wegbereiter der Naturwissenschaft auf den Isaac Newton später seine Mechanik aufbaute.

Im Jahr 1633 wird Galileo vor die römische Inquisition gestellt und der Ketzerei verdächtigt und zum Widerruf gezwungen. Seine Strafe für das Aussprechen der Wahrheit: lebenslager Hausarrest.

Wissenschaft ist im Selbstanspruch nicht dogmatisch. Jede noch so fest einzementierte bestehende Lehrmeinung kann durch einen einzigen reproduzierbaren Beweis wieder umgeworfen werden. Nur mit dieser Denkrichtung wurde wissenschaflticher Fortschritt und die Entwicklung technologischer Werkzeuge für Fertigung, Mobilität und Kommunikations überhaupt erst möglich. Galileo hat hohe persönliche Opfergebracht, um diesen Weg für freie Forschung und Wissenschaft für spätere Generationen geebnet.

Ist der wissenschaftliche Ansatz perfekt? Mit Sicherheit nicht! Denn auch hier gibt es Machtkämpfe um die Deutungshoheit und Interpretation bei sehr vielen grundlegenden Wahrheiten. Es gibt immer vereinzelt noch Theorien, die nahezu dogmatischen Charakter haben und ungern angezweifelt werden, weil sie zunächst auf grossen Widerstand in der wissenschaftlichen Gemeinde stossen. Niemand möchte leichtfertig seinen akademischen Ruf aufs Spiel setzen und somit seine eigene Charriere gefährden, insbesondere wenn eine revidierte Meinung am Fundament etablierter Machtstrukturen kratzt. Dennoch ist alleine der Selbstanspruch der Wissenschaft bereits ein starkes Fundament für Fortschritt und Entwicklung, eben weil die Möglichkeit, bestehenden Denkmodelle zu korrigieren, ausdrücklich als Kristallisationskeim angelegt und sogar auf der Metaebene erwünscht ist.

Über Themen wie Urknall, Schwerkraft, die Entstehung von Leben und Evolution gibt es zahlreiche Unstimmigkeiten, weshalb diese immer noch als Theorien betitelt werden: Evolutions-Theorie, Urknall-Theorie, Quanten-Theorie… und wir wissen mittlerweile, dass es bei vielen Fragen vermutlich nie eine vollständig gesicherte Aufklärung geben kann. Ausserdem forschen die meisten Wissenschaftler nur an Themen, für die sie Fördermittel von Staaten oder Firmen erhalten. für viele grenzwissenschaftliche Themen sind sie oftmals blind, einfach weil sie dort nicht hinschauen (wollen). Die Brille der Wissenschaft ist primär rein materialistisch gefärbt, allerdings gibt es bereits kleine Keime von nahezu esoterisch anmutenden Theorien, insbesondere dort, wo die Messinstrumente nicht mehr fein genug auflösen können, wo das Fernrohr einfach nicht stark genug ist. Diese kleinen Pflänzchen sind z.B. Grenzbereiche der Quantenphysik, die Simulationshypothese und die zunehmende Offenheit gegenüber der Existenz ausserirdischen Lebens. Kurz: was ein wissenschaftliches Instument nicht zweifelsfrei sehen kann, gibt es erstmal nicht, aber es wird auch nicht automatisch als widerlegt eingeordnet. (Ironie an) Der aktuelle Stand der Forschung ist immer nur der aktuelle Stand Irrtums, solange bis ein noch naheliegend gültiger Irrtum bewiesen ist (Ironie aus).

Auch Galileos Postulate waren nicht Fehlerfrei. So führte er z.B. die Gezeiten als Beweis für die Erdrotation um die eigene Achse an, eine heute mittlerweile widerlegte Theorie. Aber seine Forderung, Aussagen über die natur anhand von Beobachtungen udn mathematischen Vorhersagen zu überprüfen, setzte sich letztendlich durch.

Galileo blickte nicht nur durch ein Fernrohr in die Weite, er manifestiere so einen frühen Schritt in Richtung wissenschaftliche Freiheit. Hier gibt es deutliche Parallelen zur persönlichen Spiritualität, bei der jeder für sich alleine seinen eigenen Lebensweg, seine eigene Spirituelle Entwicklung und seinen Erkenntnisprozess fortsetzt. Dabei geht es gerade darum nicht einfach blind das Weltbild seiner unmittelbaren Umgebung zu übernehmen, sondern mit seinem eigenen Gefühl abzugleichen. Kritik etablierter spiritueller Vorstellung ist nicht nur geduldet sondern hier sogar ausdrücklich erwünscht.