Bröckelt der Elfenbeinturm?
Verändert sich gerade die seit Jahrhunderten bestehende Grundhaltung der Wissenschaft zur Spiritualität?
Der Begriff Elfenbeinturm taucht in der Bibel im Hohelied auf, der Hals der Sulamith wird in Hohelied 7:5 mit Dein Hals ist ein Turm aus Elfenbein verglichen. Später ist daraus ein immaterieller Ort der Abgeschiedenheit von Autoren und Forschern adressiert worden. Der Künstler oder Wissenschaftler interessiert sich nicht für die gesellschaftlichen Folgen seiner Arbeit sondern nur für den wissenschaftlichen oder künstlerischen Wert. Die Bezeichnung ist natürlich negativ kontiert, weil damit eine gewisse Weltfremheit und Arroganz gegenüber alltäglichen Themen und Arbeiten unterstellt wird.
Natürlich währe technologischer Fortschritt ohne Forschung nicht denkbar und natürlich profitiert die Gesellschaft von akademischer Forschung, insbesondere in den Naturwissenschaften und der Mathematik. Der grosse Anspruch der Wissenschaft ist – im Gegensatz zur Religion – der Verzicht auf Dogmen. Wenn auch nur ein einziger Forscher durch ein reproduzierbares Experiment einen Gegenbeweis antritt, zerfällt das bestehende wissenschaftliche Weltmodell augenblicklich. Galilei beweist mittels Fernrohr, dass sich nicht alles um die Erde dreht, sondern z.b. Monde um den Jupiter kreisen. Die Kirche hatte damals noch den Anspruch auf das Monopol der Deutungshoheit der Beschaffenheit der Welt, was durch wissenschaftliche Methoden immer schwerer zu rechtfertigen war. Doch auch das spätere Doppelspalt-Experiment oder die Quantenverschränkung bewiesen eine unbekannte Gesetzmäßigkeit der Physik, die sich mit der Alltagserfahrung nicht mehr vereinbaren lassen. Bis heute ist das Phänomen der Schwerkraft als Krümmung der Raumzeit nur ein Modell, das von immer mehr theoretischen Physikern angezweifelt wird.
Auch wenn die Wissenschaft vorgibt, nicht dogmatisch zu sein, so existiert dennoch ein versteckter Dogmatismus, z.B. die Akzeptanz bestimmter Theorien, wie der Urknall- oder Evolutionstheorie und die Abwesenheit spiritueller Lebewesen. Was man nicht messen und anfassen kann existiert nicht, oder nur innerhalb eines unförmigen Möglichkeitsraums. Doch Oma Jahr 2939 erkannte Sir Arthur Stanley Eddington in seinem Buch The Philosophy of Physical Science, dass ein Meeresforscher mit einem Netz mit einer Machenweite von etwa 5 Zentimeter daraus schliesse, dass es keine Fische gäbe, die kleiner als 5 Zentimetern sind: Was mein Netz nicht fangen kann, ist kein Fisch!. Nur weil eine wissenschaftliche Methode nicht in der Lage ist, einen konkreten Beweis zu erbringen, bedeutet dies nicht automatisch, dass ein vermuteter Befund nicht existiere.
Und genau diese Erkenntnis scheint jetzt langsam beim letzten Laborpraktikanten der Universitäten und Institute angekommen zu sein. Überall begegnen und plötzlich Themen wie universelles Bewusstsein, Informationserhaltungssatz oder Simulationshypothese in wissenschaftlichen Kapern – alles Themen, die noch vor wenigen Jahren als unseriös und unwissenschaftlich oder sogar esoterisch abgetan worden sind. Auch das Thema Ufos und Aliens hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Durch die immer besser werdenden Werkzeuge der KI und Robotik beschleunigt sich gerade die Fähigkeit einzelner Forscher, grosse Mengen an bestehenden Papern und Forschungserkenntnissen sehr zeitnah zu erfassen, auch Experimente und Analysen sind sehr viel einfacher Umsetzbar und statistisch auswertebar. Die Netze, mit denen die Forscher Fische fangen, werden engmaschiger. Plötzlich begegnen uns immer spukhaftere Teilchen, neue Exoplaneten und Himmelserscheinungen werden sichtbar und auch der Blick in biologische Prozesse wird immer schärfer und deutlicher.
Der versteckte Dogmatismus im wissenschaftlichen Elfenbeinturm scheint zu bröckeln – man öffnet sich für Ideen und Theorien, die bislang undenkbar erschienen sind. Mit dem Netzwerk aus KI, Logik und neuen Beobachtungen der Quantenphysik tauchen immer spektakulärere Weltmodell auf, egal ob es die Raumzeit, die Exobiologie oder die Existenz eines höheren Bewusstseinsfeldes betrifft – Beschreibungen aus den indischen Veden oder der jüdischen Kaballah scheinen plötzlich Beschreibungen für den Ursprung des Universums, der Zeit und der tieferen Beschaffenheit der Welt zu enthalten.
Das anfängliche Lachen über religiöse Märchen verstummt allmählich, wenn man die Jahrtausende alten Texte durch eine Linse aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse betrachtet. Wie können in den alten abergläubischen Texten plötzlich so präzise Beschreibungen von hochmodernen Quantenmodellen beschrieben sein? Wieso wussten die alten Inder, das Frequenz, Schwingung und Information die wahren Bausteine einer scheinbar starren materiellen Welt sind?
Wir dürfen gespannt sein, in was sich der Elfenbeinturm der Wissenschaft gerade transformiert.




