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Was ist Kundalini?

Wer sich anfangs mit Yoga beschäftigt, hört schnell Begriffe wie „Kundalini“, „Kundalini-Kraft“ oder „Schlangenkraft“. Die Erklärung mutet für Menschen aus dem westlichen Kulturkreis zunächst merkwürdig an. Wenn man aber die Geschichte zunächst eher wie ein Modell betrachtet, deren Elemente symbolisch für ganz bestimmte Aspekte unseres Geistes stehen, dann wird dieses Bild plötzlich klar, logisch und auch rational zugänglicher.

WICHTIGER HINWEIS!: Sobald sich durch die Kundalini-Praxis besondere körperliche/seelische Symptome einstellen – sprechen Sie bitte auch mit Ihrem Arzt oder Psychotherapeuten! (…und bitte dann mit einem Arzt, der bereits mit dem Kundalini-Prozess vertraut ist) Vielleicht haben z.B. Symptome wie Zittern, Hitzewallungen oder andere neue Wahrnehmungen gar nichts mit Ihrer Yoga-Praxis zu tun sondern mit einer ernsten ERKRANKUNG, die schulmedizinisch behandelt werden muss!

In alten tantrischen Schriften des Kundalini-Yoga ist die Rede von einer feinstofflichen Kraft, die im Menschen innewohnt. Diese Kraft hat die Form einer Schlange, die zusammengerollt im Becken, dem Wurzelchakra schlaft. Durch bestimmte Techniken, wie z.B. dem Kundalini-Yoga, kann diese Schlange erweckt werden und beginnt dann von den unteren Chakren stufenweise in die höheren Chakren hochzusteigen. Wenn es durch Disziplin, Meditation und der richtigen Lebensweise gelingt, die Kundalini-Schlange ins Kronenchakra aufsteigen zu lassen, erlangt der Mensch einen Zustand der Erleuchtung und vollkommenen Glückseligkeit.

Wie war das bitte? Eine Schlange wohnt in meinem Becken und soll durch Meditation dazu gebracht werden, sich an meiner Wirbelsäule entlang in Richtung meines Kopfes zu bewegen?

 
 

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Die Schwierigkeit in Zusammenhang mit spirituellen Themen ist es, sie irgendwie plastisch und Vorstellbar zu kommunizieren. Allerdings sprechen wir hier von seelischen und geistigen Aspekten, die dem materiell ausgerichteten Verstand zunächst nicht leicht zugänglich sind. Das Bild von der Kundalini-Schlange beschreibt die energetischen Vorgänge jedoch ziemlich treffend. Kundalini kann auch nicht so leicht erklärt werden, es geht hier viel mehr um die eigene Erfahrung mit dieser in uns innewohnenden Kraft.

Die Kundalini-Schlange symbolisiert unsere Schöpferkraft, die zunächst in uns schläft und darauf wartet, erweckt zu werden. Die Schlange liegt zunächst im Wurzelchakra, dem Energiezentrum, dass uns Sicherheit und Energie in der Erdverbundenheit gibt. Das nächste Chakra ist das Sakralchakra, das auch mit Sexualität und Schöpfungskraft in Beziehung steht. Das Nabelchakra steht in Beziehung mit unserer Willenskraft und unserer Fähigkeit, unsere wahren Absichten auch praktisch umzusetzen. Alle diese Symbole haben eine spezielle Bedeutung und verbinden unser Bewusstsein und unseren Physischen Körper mit einem Informationsfeld, von dem wir normalerweise getrennt sind. Die „Chakren“ sind verengt, sie müssen geöffnet werden, damit die Kundalini-Kraft hochsteigen kann. Bevor wir aber unser Bewusstsein mit völliger Klarheit erfüllen können, müssen zunächst die tieferen energetischen Zentren (Chakren) bearbeitet werden.

Wenn die Kundalini erwacht ist (durch welche Methode auch immer…), beginnt sie in uns hochzusteigen. Dann beginnt auch mit jeder Stufe ein neuer Entwicklungsprozess in uns. Irgendwann hat das Kundalini-Yoga sogar physische Auswirkungen auf uns, z.B. wird oft von einer erhöhten Körpertemperatur gesprochen.

Auch wenn die Kundalini-Schlange nicht sofort bei jedem ins Kronenchakra steigt (was zunächst auch gut ist), im Alltag wird sich die Kundalini-Mediation bemerkbar machen. Positive Effekte: Man spürt, wie einem irgendwie mehr Energie zur Verfügung steht. Man lässt sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen und nach und nach blättern zahlreiche Ängste und Alltagssorgen einfach ab. Man gewinnt Abstand zu den Dingen, sieht viele Dinge klarer und kann sich schneller auf neue Situationen einstellen. Diese Effekte erlebt man bereits, wenn die Kundalini-Schlange gerade erst beginnt, aufzuwachen. Allerdings geht Kundalini auch schnell mal in die andere Richtung.

Die Erfahrungen mit Kundalini sind eben nicht NUR positiv. Die Kundalini arbeitet mit verstärkten Gefühlen, auch mit negativen. Negative Gefühle spornen uns an, etwas in unserem Leben zu verändern – dadurch wachsen wir. Bestimmt Phasen in der Kundalini-Praxis können durch die verstärkten Gefühle für den Einzelnen deshalb sehr schön, aber auch sehr herausfordernd sein. Evtl. treibt Sie die Kundalini-Energie an, sich mit bestimmten Ängsten auseinanderzusetzen. Das Endziel dieser Erfahrung sind jedoch nicht die Ängste, sondern die Überwindung derer – evtl. tatsächlich durch aktive Arbeit an der eigenen Lebensführung.

Die Kundalini wickelt sich mit zunehmender Praxis allmählich an der Wirbelsäule hoch. Da eine Schlange langgezogen ist, bleiben die bereits passierten Chakren durch sie geöffnet. Deshalb ist das Bild einer lebendigen Schlange ein sehr treffendes Symbol, denn wenn das Herz-Chakra geöffnet ist, wird die Kundalini-Energie auch zunehmend in den unteren Energiezentren fliessen.

Das Bild von der Kundalini-Schlange ist nicht einfach nur eine Geschichte. Dieses Bild spiegelt einen Prozess wieder, den man erfährt, wenn man sich spirituell weiterentwickelt. Man betritt einen neuen Bereich der Wahrnehmung. Die Effekt der Kundalini-Techniken sind spürbar, real wirksam und (wenn richtig angewendet) mental aufbauend.

Haben Sie Lust, die schöpferische Kundalini-Kraft in sich zu erwecken?