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Traumyoga

Das tibetische Traumyoga – eine im Westen noch seltenere Ausprägung des Yoga. Was hat es mit dem Traumyoga auf sich?

Beim Yoga und der Meditation geht es um das Erreichen neuer Bewusstseinszustände, die unsere Wahrnehmung für die wahre Beschaffenheit des Universums öffnen. Bereits in den alten vedischen Schriften wird die gesamte existierende Realität als ein universeller Traum Gottes beschrieben. Während für die westliche Kultur der Schlaf lediglich der seelischen und körperlichen Erholung dient, ist er in den östlichen Kulturen auch ein spirituelles Werkzeug zur Erleuchtung. Der Traum ist hier ein weiterer Zugang zur Wahrnehmung von dahinterliegenden Realitäten, die im Wachzustand nicht oder nur schwer erfahrbar sind. Bei der alten Kultur der Aborigines in Australien gilt der Traum sogar als wirklichere Realität als der Wachzustand.

Tibetisches Traumyoga ist am ehesten mit unseren Klarträumen zu vergleichen. Klarträume galten über einen längeren Zeitraum als wissenschaftlich unbewiesen, obwohl bereits C.C. Jung und Sigmund Freud den Klartraumzustand kannten und mit ihm arbeiteten. Heute gilt die Existenz von Klarträumen selbstverständlich auch in der Schulwissenschaft als unbestritten und diese Technik wird sogar in der Albtraum-Threrapie oder von Sportlern zu besseren Konsolidierung bestimmter Bewegungsabläufe eingesetzt. Träume gelten nicht mehr nur als Halluzinationen in Folge von verringerter Neocortex-Aktivität während des Schlafes. Träume werden nun erkannt als essenzieller und unverzichtbarer Bewusstseinszustand für Gedächtnis, Kognition und unser seelisches Gleichgewicht.

Die spirituelle Leere erkennt im Klartraum die Verbindung zu verborgenen Ebenen der Realität. Im Klartraum wird diese Wahrheit nun erleb- und erfahrbar. Wir erkennen nicht nur die verschiedenen Ebenen der feinstofflichen Realität, insbesondere erfahren wir auch unsere eigene wahre Rolle innerhalb unserer illusionären Selbstwahrnehmung.

In Tibet gilt das Traumyoga als anerkannter spiritueller Bewusstseinsweg. Die Zeit der Meditation während des Tages wird dabei reduziert und die die Hauptarbeit der spirituellen Arbeit in die Nacht verlegt. Auch im alten Griechenland gibt es eine spirituelle Schlaftradition, hier finden wir Hinweise auf ehemalige Schlaftempel zur Traumarbeit. Träume verhelfen in Kombination mit einem ausgeprägten spirituellen Bewusstsein zu göttlichen Offenbarungen und Visionen.

Insbesondere die meditative Arbeit mit dem Kehlkopf-Chakra (Vishudda) und dem 3. Auge (Ajna) wird in der fernöstlichen Tradition als Hilfsmittel zur Indizierung von Klarträumen im Traumyoga angewendet. Im Westen arbeitet man dagegen gerne mit Realitäts-Checks im Wachzustand und bestimmten Mantras während der Phase des Einschlafend.