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Männer und Frauen sehen anders

Männer und Frauen sehen anders, die Wahrnehmungsstrategie unterscheidet sich hier zwar minimal, dieser kleiner Unterschied spielt jedoch bereits eine wichtig Rolle.

Den Unterschied, den jeder kennt: Frauen sehen sich lieber Männer an, Männer lieber Frauen – klingt trivial. Dieses geschlechtsspezifische Sehen drückt sich allerdings auch in weniger geschlechtsorientierten alltäglichen Handlungen aus. Während Männer eine Vorliebe für weibliche, organische Rundungen besitzen bevorzugen Frauen eher eckige und kantige Formen. Das gilt natürlich nicht für jede Frau und jeden Mann, für eine statistische Durchschnittsfrau und einen Durchschnittsmann jedoch schon. Die original Coca-Cola Flasche wurde extra in ihrer Form einer weiblichen Figur nachempfunden, der Schlüsselreiz sollte die Bereitschaft zum Kauf steigern.

Allgemein gilt, dass Männer einen Jägerblick an den Tag legen, Frauen eher einen Sammlerblick. Das bedeutet konkret, dass Männer sich lieber auf wenige Reize konzentrieren. Die Aufmerksamkeit bei Männern konzentriert sich auf wenige Aspekte, es fällt ihnen leicht, andere Dinge einfach auszublenden. Das kostet jedoch psychologisch einen Preis, denn dadurch sind Männer nicht so gut in der Lage, auch Detailinformation aus der Umgebung bewusst wahrzunehmen.

Bei Frauen ist dies genau umgekehrt. Sie können mit einem Blick sofort viele Details erkennen und gewinnen beim ersten Blick ein umfassenderes Gesamtbild. Mit einem Blick erkennen sie, ob ihr Partner eine Socke falsch herum trägt, den Fleck auf der Jacke und jeden Pickel. Bei ihrer Freundin sehen sie sofort, wenn sie ein neues Kleid trägt, eine neue Frisur oder neuen Schmuck hat. Ein Mann erkennt unter Umständen nicht einmal, wenn seine Partnerin plötzlich um 5cm kürzere Haare hat, neue Schuhe sind für ihn nahezu unsichtbar.

Natürlich erkennt ein Mann ebenfalls viele Details, diese dringen aber nicht so leicht in sein Bewusstsein und drücken sich nur in seiner unbewussten Wahrnehmung aus. Das führt natürlich oft zu Missverständnissen zwischen Männern und Frauen. Insbesondere wenn sich eine Frau für ihren Partner besonders chic gemacht hat und der Mann keine Ahnung hat, worauf ihn seine Partnerin die ganze Zeit aufmerksam machen möchte. Gerade diese besonders weibliche Fähigkeit, viele Informationen gleichzeitig zu sehen macht sie für viele Tätigkeiten prädestiniert. Multitasking ist hier das Stichwort. Frauen sehen nicht nur alles gleichzeitig, sie arbeiten auch an vielen Dingen gleichzeitig. Die meisten Männer können in dieser Hinsicht einfach nicht mithalten.

Man könnte sich jetzt die Frage stellen, wie Männer mit dieser Behinderung im Leben eigentlich zurechtkommen können. Vielleicht ist dies gar keine Behinderung, sondern einfach ein ganz normaler kleiner Unterschied. Frau tut gut daran, über diese allgemeine Unachtsamkeit ihres männlichen Partners einfach hinwegzusehen – es liegt halt in den Genen…