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Der Blutmond

Morgen, am Ostersamstag, erlebt die Welt ein besonderes astronomisches und astrologisches Schauspiel am Himmel: den Blutmond. Wissenschaftlicher ausgedrückt: eine totale Mondfinsternis. Wir auf der Nordhalbkugel (Deutschland, Österreich und die Schweiz gehören dazu) werden diesmal (am 4. April 2015) leider nichts von diesem Schauspiel sehen können. Dazu müssten wir zum Zeitpunkt des Ereignisses auf der Nachtseite der Erdkugel sein.

Am 28. September 2015 ab 4 Uhr Nachts (Wecker stellen nicht vergessen!) kommt der Blutmond jedoch auch zu uns. Der Höhepunkt der Verfinsterung wurde für 4:47 Uhr bestimmt. Ist der Blutmond ein negatives Omen, ein Zeichen dunkler Vorhersehung und schrecklicher Ereignisse?

Blutmond in der Astronomie

Bei einer totalen Mondfinsternis steht der Mond zunächst in Opposition zur Sonne, es ist Vollmond. Zusätzlich steht jedoch die Erde genau zwischen Sonne und Mond, so dass die Erde ihren Kernschatten auf den Mond wirft. Langwelliges Licht wird jedoch teilweise durch die Erdatmosphäre abgelenkt und auf den Mond geworfen. Da langwelliges Licht rot ist, erstrahlt der Mond aussergewöhnlich rot bis bräunlich, deshalb der Name Blutmond.

Der exakte Verlauf einer totalen Mondfinsternis ist übrigens nicht einfach zu berechnen. Nur mit komplexen numerischen Näherungsverfahren der Mathematik kann ihr Verlauf bestimmt werden. Sie dauert maximal 66 Minuten – wieder eine Anspielung an die Zahl des Bösen?

Der Blutmond als Zeichen für die nahende Apokalypse

In der Bibel finden wir den Blutmund an mehreren Stellen (z.B. Apostelgeschichte 2:20, Offenbarung 6:12) als Zeichen der Apokalypse und des Endes der Welt:

Die Sonne soll in Finsternis und der Mond in Blut verwandelt werden, ehe denn der große und schreckliche Tag des HERRN kommt…Und ich will Wunderzeichen geben am Himmel und auf Erden: Blut, Feuer und Rauchdampf. Joel 2:21ff

In der Vergangenheit war das Erscheinen eines blutroten Mondes am Himmel für viele Menschen beängstigend. Kein Wunder, dass der Blutmond neben Erdbeben, Sonnenfinsternissen, Überschwemmungen und Vulkanausbrüchen als eines von vielen Naturzeichen galt, dass auf den Weltuntergang hinweist. Allerdings haben grosse Religionen schon immer von der Angst der Menschen vor dem Tod profitiert, erschreckende Naturphänomene wurden somit immer schon gerne als Hilfsmittel missbraucht, um die Furcht der Gläubigen zusätzlich zu verstärken. Als Mitglied der Priesterkaste, mit einem besonders guten Draht zu Gott, konnte man sich nun des zusätzlichen Respekts, großzügiger materieller Opfergaben und des vermehrten Gehorsams sicher sein.

Der Blutmond aus astrologischer Sicht

Der Mond steht astrologisch für das Unbewusste, die Illusion sowie die weibliche Intuition. Die Sonne dagegen steht für Bewusstsein und Klarheit. Das Illusionäre, das in Blut getaucht wird, transformiert sich – die Illusion des Unbewussten verschwindet zugunsten neuer bewusster Aspekte.

Das Blut hat eine interessante polare Symbolik: es symbolisiert sowohl Lebenskraft als auch den Tod zugleich. Damit ist der Blutmond energetisch mit der Tarotkarte oder Seherkarte der Tod verwandt, die für die Transformation steht. Das alte Bewusstsein verschwindet und weicht zugunsten einer neuerer Erkenntnis.

Astrologisch steht der Blutmond also für Transformation, für eine Veränderung, allerdings in Verbindung mit einem reiferen und gefestigteren Bewusstsein. Dieser Übergangsprozess kann mit einer kurzfristigen Enttäuschung einhergehen. Die daraus erwachsende realistischere Sichtweise und Ergebniss ist jedoch so wertvoll, dass diese Erneuerung in der Summe positiv zu sehen ist.

Der Blutmond ist ein idealer Wendepunkt für ein gewachsenes spirituelles Bewusstsein. Es besteht darum kein Grund zur Sorge: der Blutmond ist einfach ein faszinierendes Himmelsereignis für das es sich lohnt, den Wecker etwas früher zu stellen.